Die Menschen machen weite Reisen, um zu staunen
über die Höhe der Berge, über die riesigen Wellen des Meeres,
über die Länge der Flüsse, über die Weite des Ozeans
und über die Kreisbewegung der Sterne.
An sich selber aber gehen sie vorbei, ohne zu staunen.

 Augustinus

Das Jahr 2020

 

„Wenn Gott eine Türe schließt, öffnet er ein Fenster.“

                                                      Paulo Coelho

 

Liebe Mitmenschen,

 

das Mond-Jahr hat für uns alle ganz anders begonnen, als gedacht oder erhofft. Wir sind vorerst einmal mit dem gegenüberliegenden Lebensprinzip des Saturn in seiner drastischsten Form konfrontiert.

Dieser Archetyp repräsentiert die Reduktion auf das Wesentliche, Beschränkung auf allen Ebenen, Abgrenzung, Isolation, Konfrontation mit der Endlichkeit des Lebens, mit Krankheit und Tod.

Immer sind es diese dramatischen Einschnitte im Leben, die uns auf das Eigentliche, das wirklich Wesentliche zurückwerfen.

Gepaart mit dem Lebensprinzip Pluto, dem Archetyp des radikalen, bedingungslosen Wandels, zeigen diese beiden Urprinzipien die momentane Zeit-Qualität.

Echter, radikaler, weil notwendiger, Wandel ist immer mit einem wirklichen Opfer verbunden.

Das Bewusstsein, dass sich dringend etwas ändern und ein konsequentes Umdenken stattfinden muss, etwa um den Klimawandel zu stoppen, war ja in der letzten Zeit in aller Munde, aber meist nur leeres Geschwätz. Sich wandeln und damit verzichten sollten vor allem die anderen…..

In der Zeit der Globalisierung hat es dieser Virus geschafft, dass es nun auch jeden einzelnen (be-)trifft.

Die Welt nach Corona wird eine andere sein. Wir können nicht mehr einfach zur alten Tagesordnung übergehen. Wir müssen, ja dürfen neu beginnen und werden hoffentlich Vieles besser machen, wenn wir unsere alten Fehler nicht vergessen oder verdrängen.

Soll dieser Neuanfang gelingen, ist das oberste Gebot, mit dem ewigen Projizieren von Schuld aufzuhören. Es bringt gar nichts, dem Staat, irgendwelchen „geheimen Mächten“, den Chinesen, den Amerikanern, dem Virus, dem Nachbarn, dem Partner, den anderen eben Schuld zu geben

Der Archetyp des Saturn erwartet von uns Eigenverantwortung. Wir können den Pickel in unserem Gesicht nicht im Spiegelbild ausdrücken. Wir sind alle für Alles auf die eine oder andere Art mitverantwortlich, denken wir dabei nur an den Klimawandel.

Jetzt ist jeder einzelne dazu aufgerufen, seinen Teil beizutragen, dass eine bessere Zukunft gelingen kann.

 Noch nie in der Geschichte der Menschheit war ein Wandel aus dem Überfluss heraus möglich. Immer ging dem, ein mehr oder weniger drastischer Zusammenbruch voraus. Denkt nur mal an die großen Weltkriege. Erst braucht es die spürbare Beschränkung, um zu erkennen, was wirklich und wahrhaft wesentlich ist.

Wesentlich ist jetzt, dass unsere Lebensgrundlage, Mutter Erde, gesund ist, wieder gesund wird. Wir können in dieser Situation auch erkennen, wie fundamental lebensnotwendig das menschliche Zusammenleben und Zusammenwirken ist.

Wir sind soziale Wesen und können nie und nimmer einzeln und isoliert überleben. Kontakt, Nähe, Liebe, gegenseitige Fürsorge und Für einander da Sein, Solidarität und mütterliche Liebe im allerweitesten Sinn sind ein menschliches Grundbedürfnis wie die tägliche Nahrung.

Und mit diesen Werten sind wir jetzt doch beim Lebensprinzip Mond angekommen, der dieses Jahr regiert. Die aufopfernde Menschlichkeit, die wir nun erleben dürfen, gibt Licht und Hoffnung in dieser beklemmenden Zeit.

Kaum etwas ist noch so selbstverständlich wie es das vor nur drei Wochen(!!!!) noch war. Es wird uns bewusst, für wie viele Dinge wir eigentlich dankbar sein müssten und könnten.

Noch vor kurzem waren so viele ungehalten und sauer, wenn sie an der Kasse im Supermarkt etwas länger warten mussten. Jetzt werden diese Menschen, die bisher arrogant übersehen wurden, plötzlich wichtig und wesentlich und werden für ihren (schon immer!!!) täglichen Einsatz gewürdigt und bedankt.

Zeiten des Wandels sind immer erst Zeiten der Krise. Je größer und tiefer der Wandel sein muss, desto heftiger die Krise.

Es ist gleichsam eine Zeit der „Massenpsychotherapie“, bei der der dunkelste Schatten, aber auch das Größte und Hellste im Menschen ans Licht kommt.

Es hat sich die im Mythos beschriebene Büchse der Pandora geöffnet. Neben all dem Unheil, das daraus entwich, enthält sie aber auch die Hoffnung.

Alle „Wunder“ an Heilungen, die wir in den letzten Jahrzehnten erleben durften, waren immer und ausnahmslos getragen und möglich durch unerschütterliche Hoffnung und den festen Glauben, dass alles Gute und Heilung möglich ist.

Es sind nun die Worte aus dem Korintherbrief, die der Schlüssel sein können, dass wir innerlich und äußerlich heil durch diese Krise kommen: „Nun aber bleiben diese drei: Glaube, Hoffnung, Liebe. Die größte aber unter ihnen ist die Liebe.“

Lasst Euch also nicht Euren Glauben, Eure Hoffnung und Eure Liebe nehmen.

Lasst den Virus nicht Eure Seelen vergiften, dann bleibt auch Euer Körper gesund.

Habt Vertrauen, dass alles, wie auch immer, gut und vielleicht sogar besser wird.

Wenn wir die momentanen Gegebenheiten (und Beschränkungen) annehmen, uns gleichsam ergeben, statt mit sinnlosem Widerstand innerlich dagegen ankämpfen, kann diese Phase unseres Lebens sehr bereichernd sein. In jedem Fall werden wir danach so vieles erst richtig wertschätzen.

 

Möge uns allen ein menschlicher Neustart gelingen, gesegnet mit gegenseitigem Respekt, Liebe, Mitgefühl, Zuneigung und Dankbarkeit.

 

Mit vielen guten Gedanken für Euch,

Eure Margit Dahlke

 

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